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Painting of Maestoso II Catrina ridden by Shana Ritter. Painting by Janey Belozer.




Thomas and Shana Ritter perform a Pas-de-Deux to Music during the 2007 Open House Performance, aboard the Lipizzan stallions, Favory Toscana-18 and Conversano Mima. Photo by Amelia Gagliano.

Die Halbe Parade
- by Dr. Thomas Ritter

©2005 - All Rights Reserved
English version: The Half Halt

Die halbe Parade (frueher auch halbe Haltung oder halbe Anhaltung genannt) bezweckt ganz allgemein gesprochen eine verbesserte Biegung des Hueft- und Sprunggelenks des angesprochenen Hinterbeines. Diese erhoehte Hankenbiegung kann nun in den Dienst spezieller Anforderungen gestellt werden.

  1. Zurueckfuehren von einer hoeheren in eine niedrigere Gangart.
  2. Zurueckfuehren von einem hoeheren in ein niedrigeres Gangmass.
  3. Verlangsamen des Tempos.
  4. Erhoehung des Versammlungsgrades.
  5. Verbesserung oder Wiederherstellung des Gleichgewichts.
  6. Aufmerksammachen des Pferdes auf eine neue Anforderung.

Die Beantwortung der Frage nach dem allgemeinen Ziel der Parade enthaelt gewissermassen auch die Antwort auf die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt und der Art und Weise der Hilfengebung, denn die Reiterhilfen koennen nur den natuerlichen Bewegungsablauf des Pferdes begleiten und unterstuetzen, indem sie einzelne Aspekte der Bewegung verstaerken. Die halbe Parade ist ein gutes Beispiel zur Illustration dieses Gedankens.

So lange ein Hinterbein sich auf dem Boden [I]vor [/I]der Senkrechten befindet, uebernimmt es die Last des Pferde- und Reiterkoerpers und biegt sich , je nach Elastizitaet des Ganges und je nach Ausbildungsstand, mehr oder weniger im Hueft- und Sprunggelenk. Das Knie streckt sich im selben Moment.

Sobald der Hinterfuss die Senkrechte passiert, hoert er auf zu tragen und beginnt zu schieben. Das Kniegelenk biegt sich, waehrend Hueft- und Sprunggelenk sich strecken.

Die logische Schlussfolgerung aus diesen allgemeinen Erlaeuterungen ist, dass eine Hilfe, die auf die vermehrte Beugung des Hueft- und Sprunggelenks abzielt, nur dann erfolgreich sein kann - durchkommt - wenn das Hinterbein von seinem Bewegungsablauf her dazu in der Lage ist der Aufforderung nachzukommen. D.h. der richtige Zeitpunkt fuer die halbe Parade ist, wenn das Hinterbein auf dem Boden und [I]vor[/I] der Senkrechten steht.

Der Hinterfuss, der sich [I]hinter[/I] der Senkrechten befindet ist im Strecken begriffen und wird daher der Parade immer widerstreben. Wenn man die Paraden zum falschen Zeitpunkt erteilt, kann man auf lange Sicht gesehen Gallen und Spat erzeugen. Man ersieht hieraus, dass der passende Moment fuer die halbe Parade recht kurz ist. Was die technischen Details der Hilfengebung betrifft, kann sich die halbe Parade aus verschiedenen Elementen zusammensetzen, die in vielen verschiedenen Schattierungen kombiniert werden koennen.

  1. ein Druck des gleichseitigen oder auch des diagonalen Zuegels
  2. ein vermehrtes Anspannen der Bauch- und Rueckenmuskulatur
  3. ein vermehrtes Schliessen der Knie und Oberschenkel, um die Parade besser zu verankern
  4. ein leichter Druck der Fussspitze gegen den Buegel der gleichen Seite

Es ist von grosser Wichtigkeit, dass Oberarm und Ellbogen der Seite, auf der die Zuegelhilfe erteilt wird, gut am Oberkoerper angelegt werden, um eine geschlossene Verbindung von Vor- und Hinterhand, sowie der Hilfen untereinander herzustellen. Auf diese Weise wird der Zuegelanzug vom Reitergewicht unterstuetzt. Die alten Meister wuerden sagen, der Reiter borgt sich das Gewicht des Pferdehalses und -kopfes und schiebt es der Hinterhand zu. Die Zuegelhilfe wird durch die Vermittlung der Mittelpositur des Reiters zu einer Gewichtshilfe umgewandelt.

Es ist ebenso wichtig, dass die Gesaessmuskeln locker bleiben. Sonst drueckt das Pferd den Ruecken weg.

Nach erteilter Parade muessen sich Hand und Unterarm des Reiters wieder voellig entspannen, so dass das Pferd nicht anfaengt, sich in der Ganasche und im Unterkiefer zu verspannen. Im Anschluss an die Parade ist es oft hilfreich, das Pferd mit einer treibenden Hilfe zu lebhafterem Treten zu animieren, so dass kein Energieverlust eintritt.






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